DAS SAGEN DIE ENTWICKLER:INNEN

Die Welt im Miniaturformat

Begleite Entwickler Nissy durch das KI-gestützte DayCity.

Öffnest du DayCity, erwarten dich Tokio, Paris, New York, Delhi und viele weitere Ziele aus aller Welt – dargestellt in liebevoll gestalteten Miniaturgrafiken. Jede Stadtansicht passt sich dabei in Echtzeit an die tatsächliche Uhrzeit und die aktuellen Wetterbedingungen vor Ort an.

Wähle deine Lieblingsstadt oder erschaffe eine ganz eigene Fantasiestadt. Anschließend kannst du sie als Widget auf dem Home-Bildschirm deines iPhone oder iPad platzieren, um jederzeit mitzuerleben, wie es dort gerade aussieht – ob bei Sonnenschein oder Regen.

Im Gespräch mit der App Store-Redaktion erzählt Indie-Entwickler Nissy, was ihn zu der App inspiriert hat und welche Rolle generative KI bei ihrer Entstehung spielt.

Wie die lebendigen Städte entstanden

Die Idee zu DayCity kam Nissy, als ihm in den sozialen Medien ein KI‑generiertes Bild einer Miniaturstadt begegnete. Als großer Fan von Dioramen und Miniaturwelten war er sofort von der Schönheit des Motivs begeistert.

„Gleichzeitig fand ich es schade, dass das Bild einfach im Feed verschwand“, erinnert er sich. „Ich dachte mir: Wenn ich Echtzeit-Wetterdaten und Tageszeitwechsel integrieren und daraus eine lebendige Stadt machen könnte, die Menschen jeden Tag gerne anschauen, dann könnte daraus etwas ganz Besonderes entstehen.“

Seit der Veröffentlichung im Januar 2026 stößt DayCity auf große Resonanz – besonders in den sozialen Medien. Manche Nutzer:innen behalten die Stadt ihrer nächsten Reise auf dem Home-Bildschirm im Blick, andere nutzen das Widget, um sich ihrer Heimatstadt oder Familienmitgliedern in anderen Städten verbundener zu fühlen.

„Es freut mich sehr, dass wir so viel Feedback von Menschen bekommen haben, die uns erzählen, dass DayCity ein besonderer Teil ihres Alltags geworden ist“, sagt Nissy. „Einmal schrieb jemand: ‚Wenn ich bei der Arbeit gestresst bin, werfe ich einen Blick auf das Widget und denke: In New York ist gerade Nacht und es regnet.‘ Das hebt meine Stimmung. Solche Nachrichten machen mich wirklich glücklich und bestätigen mir, dass die App etwas bewirken kann.“

Seit ihrem Erscheinen hat die App in der lokalen Entwickler-Community Aufmerksamkeit erregt und andere Projekte inspiriert, die ebenfalls generative KI einsetzen.

Geballte Skills, die über zehn Jahre gewachsen sind

Ursprünglich arbeitete Nissy als Ingenieur und begann bereits um 2011 mit der Entwicklung eigener Apps. Später legte er dieses Hobby jedoch auf Eis, als er beruflich neue Wege einschlug und gleichzeitig mit der Erziehung seiner Kinder stark eingebunden war. Der Wendepunkt kam, als er immer häufiger Ideen für Apps hatte, die er im Familienalltag gerne selbst genutzt hätte.

„Ich konnte den Gedanken nicht loslassen, wie schön es wäre, wenn meine Kinder ihre ganz persönlichen Ausmalbilder erstellen könnten“, erzählt er. „Zur selben Zeit wurden KI‑gestützte Programmierwerkzeuge immer leistungsfähiger. Da dachte ich, dass ich die Idee vielleicht trotz begrenzter Zeit umsetzen könnte. Also begann ich nach zehn Jahren wieder mit der App-Entwicklung. So entstand Coloring Maker. Und meine Kinder haben bis heute Spaß daran, damit ihre eigenen Ausmalbilder zu gestalten.“

Coloring Maker verwandelt Fotos in einfache Strichzeichnungen zum Ausmalen.

Rückblickend erklärt Nissy, wie ihm KI geholfen hat, nach einer zehnjährigen Pause den Anschluss an neue Technologien zu finden.

„Anfangs gab es viele Herausforderungen, die KI allein noch nicht lösen konnte. Deshalb habe ich mir einen Menschen gesucht, der mich als Mentor:in unterstützt hat. Inzwischen entwickelt sich KI jedoch in rasantem Tempo, also habe ich meine Arbeitsweise umgestellt. Heute konzentriere ich mich vor allem auf das Konzept, die Richtlinien, Bewertungen und die Funktionalität der App, während die eigentliche Programmierung größtenteils von KI übernommen wird. Gewissermaßen habe ich eine Rolle eingenommen, die mehr in Richtung Produktmanagement geht. So kann ich mich auf die Fragen konzentrieren: Was wollen wir entwickeln – und warum?“

Für Nissy ist die größte Belohnung, eine App mit Blick auf die Bedürfnisse der Nutzer:innen zu entwickeln und anschließend zu hören, dass sie genau das ist, wonach Menschen gesucht haben.

Mit der Funktion „Craft“ lassen sich individuelle Städte in ganz unterschiedlichen Stilrichtungen gestalten.

DayCity entwickelt sich kontinuierlich weiter. Mittlerweile umfasst die App Städte aus mehr als 100 Ländern sowie die „Craft“-Funktion, mit der sich eigene Stadtlandschaften in Stilen wie Origami, Nadelfilz oder Knetmasse erstellen lassen. „Mein Traum ist es, Städte aus der ganzen Welt abzubilden“, verrät Nissy mit Blick auf die Zukunft. „Ich wünsche mir, dass DayCity Menschen über das Wetter und die Landschaften ferner Städte miteinander verbindet.“

„Da ich die App unabhängig entwickle, kann ich nah an den Nutzer:innen bleiben, auf ihr Feedback hören und DayCity ständig weiter verbessern. Von Anfang an war die App auf eine globale Expansion ausgelegt. Deshalb möchte ich künftig noch stärker in Marketing investieren und noch mehr Menschen auf der ganzen Welt erreichen.“